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Fieber bei Kindern

Harmlos oder doch in die Arztpraxis?

Fieber bei Kindern ist ein sehr breit gefächertes Feld und nicht im Detail in einem Artikel diesen Umfangs zu erörtern - ich werde mein Bestes versuchen, die wichtigsten Informationen für Sie zusammenzufassen.

Ab wann spricht man bei Kindern von Fieber?

Fieber ist eines der wichtigsten und häufigsten Symptome, die zur Vorstellung in der Kinderarztpraxis führen. Von Fieber spricht man ab einer Temperatur von 38,5°C. Ausgenommen davon sind Neugeborene bis zu einem Alter von 8 Wochen, bei denen man bereits ab einer Körpertemperatur von 37,9°C von Fieber spricht und eine:n Kinderärzt:in aufsuchen sollte. Bei Neugeborenen und Säuglingen ist die rektale Messung der Temperatur auf Grund genauerer Werte anderen Methoden vorzuziehen. Vom Fieber zu unterscheiden ist eine physiologische Temperaturerhöhung, die am Nachmittag und am Abend auftreten kann und völlig harmlos ist. Hier ist eine erneute Messung ca. eine halbe Stunde nach körperlicher Ruhe ratsam.

Wann suche ich mit meinem fiebernden Kind die Kinderarztpraxis auf?

Wann im Allgemeinen bei Fieber ein:e Kinderärzt:in aufgesucht werden sollte, kann so pauschal nicht beantwortet werden und ist vor allem vom Allgemeinzustand des Kindes abhängig. So können die Ursachen abgeklärt und eine
geeignete Therapie des Fiebers gefunden werden, damit es dem Kind schnell besser geht.

Es gilt immer: Sollten Sie unsicher sein und der Allgemeinzustand des Kindes Sie beunruhigen, ist der Gang in die Kinderarztpraxis die richtige Entscheidung.

Warum hat mein Kind Fieber?

Bei Fieber handelt es sich lediglich um ein Symptom und nicht um eine Diagnose. Häufig gehen mit Fieber eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Kindes, Abgeschlagenheit, Blässe oder aber gerötete Wangen und Appetitlosigkeit einher. Die zahlreichen möglichen Ursachen von Fieber sind in diesem Rahmen in Gänze nur schwer zu diskutieren.

Häufig befindet sich dieser in den oberen Atemwegen. Die Erkältung beginnt in der Regel mit Halsschmerzen, welche nicht von jeder Altersgruppe geäußert werden können. Es folgt ein wässriger Schnupfen, der nach wenigen Tagen gelblich-grünlich wird und im Anschluss ein zunächst trockener, dann produktiver Husten. Dieser Infekt kann mit oder ohne Fieber einhergehen. Das Fieber ist dabei eine normale Reaktion des Körpers und unterstützt das Abwehrsystem des Kindes dabei, Krankheitserreger zu bekämpfen.

Wichtig hiervon abzugrenzen ist das Vorliegen einer bakteriellen Infektion oder sogar Sepsis, welche anhand des deutlich schlechten Allgemeinzustandes glücklicherweise in der Regel sehr schnell zur ärztlichen Vorstellung führt.

Was untersuchen Kinderärzt:innen?

Entscheidend für die Ärzt:innen ist die Anamnese, also die Vorgeschichte der Erkrankung. Dabei werden verschiedene Faktoren beleuchtet, die gezielt unter anderem Umgebungsinfekte, Fernreisen, Impfstatus, Beginn des Fiebers oder begleitende Symptome abfragen. So kann eine genaue Diagnose gestellt und eine geeignete Therapie gewählt werden.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Die Therapie des Fiebers ist immer symptomatisch. Hohes Fieber führt zu einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens oder des Kreislaufs des Kindes. Deshalb sollte bei Temperaturen ab 39,5°C eine symptomatische Fiebersenkung erfolgen. Grundsätzlich stehen im frei verkäuflichen Sortiment der Apotheke zwei bewährte Wirkstoffe zur Behandlung von Schmerzen und Fieber bei Kindern zur Verfügung. Paracetamol und Ibuprofen. Paracetamol ist ein gutes und bewährtes Antipyretikum, also Mittel gegen Fieber, welches in den verschiedensten Darreichungsformen zur Verfügung steht. Ibuprofen ist meist das Antipyretikum der Wahl, da es neben der fiebersenkenden Komponente außerdem schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt. Es steht ebenfalls als Tablette, Zäpfchen oder Saft zur Verfügung.

Sowohl Art als auch Darreichungsform des Medikaments sollten für Eltern und Kind passend sein.

Dr. med. Christina Eberwein
Ärztin in Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin

Metamizol gilt als Reservemedikament, wenn andere Maßnahmen nicht zur Fiebersenkung ausreichend waren. Es unterliegt der Rezeptpflicht und muss daher mit den behandelnden Ärzt:innen besprochen werden. Neben der pharmakologischen Fiebersenkung ist auch eine physikalische Fiebersenkung möglich. Während die Patient:innen bei Schüttelfrost und Fieberanstieg warm eingepackt werden sollten, muss bei hohem Fieber oder Fieberabfall ein Wärmestau vermieden werden, indem die Patient:innen ausgezogen werden bzw. nur leicht bekleidet sind. Auch Wadenwickeln können für das Kind sehr angenehm sein und unterstützend wirken. Bei Fragen zu geeigneten Hausmitteln und dem richtigen Einsatz der Medikamente stehen Ihnen die behandelnden Kinderärzt:innen und das Apothekenteam zu Seite.

In der Regel kann man sagen, dass Hohes Fieber spätestens ab dem 5. Tag ärztlich abgeklärt werden muss. Die häufigste der Ursachen von Fieber im Kindes- und Kleinkindalter ist aber wohl der virale Infekt.

Dr. med. Christina Eberwein
Ärztin in Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin